Pfarrkirche Hl. Jakob d. Ä.
Eine kleine Reise durch die Kunstgeschichte
Die Pfarrkirche Rossatz, dem älteren Hl. Jakob geweiht, ist zunächst als Gut des Klosters Metten genannt. Bereits im 11. Jahrhundert kam es in den Besitz der babenbergischen Landesfürsten. Der Ort selbst entwickelte sich zu einem vermögenden bürgerlichen Gemeinwesen und übernahm von den oft wechselnden adeligen Besitzern und Patronen die Betreuung und Ausstattung der Kirche.
Kurz nach 1300 wurde die Filialkirche von der Mutterpfarre Mautern abgetrennt und als Eigenpfarre dem Stift Göttweig inkorporiert. Die in der Reformationszeit durchwegs protestantische Bürgerschaft setzte der katholischen Gegenreformation hartnäckigen Widerstand entgegen, dem Äbte und Pfarrer des Stiftes Göttweig ein Ende setzten.
Der Bau und die Einrichtung der Kirche zeigen alle Kunststile von der Spätromanik bis zur Neugotik. Das dreischiffige Langhaus, in der Anlage aus dem ersten Viertel des 14. Jahrhunderts, hat im Mittelschiff ein Kreuzrippengewölbe, die beiden Seitenschiffe barocke, leicht spitzbogige Tonnenwölbungen aus dem 18. Jahrhundert. Dem gerade abgeschlossenen gotischen Chor mit Kreuzrippengewölbe ist die im Kern spätromanische Südsakristei vorgebaut.
Der Chor hat seitlich zwei oratorienartige Malereien mit den Heiligen Benedikt und Scholastika, darüber dem Göttweiger und dem Stift Mettener Wappen aus dem Jahr 1803. Im Mittelschiff hängt das barocke ehemalige Hochaltarbild »Hl. Jakobus der Ältere« aus der Zeit um 1700.
Der kleine neugotische Hochaltar und die Kanzel sind Arbeiten von der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert. Die Seitenaltäre stammen aus den beiden Ausstattungsperioden, der linke aus der barocken, der rechte aus der neugotischen Einrichtung um 1900.
Filialkirche zum Hl. Lorenz
Das Kircherl am Römerturm
Die Kirche St. Lorenz zählt zu den ältesten christlichen Gotteshäusern in der Wachau. Die Filialkirche war seit dem 9. Jahrhundert in bischöflich passauischem Besitz. Sie wurde an einem römischen Burgus aus dem 4. nachchristlichen Jahrhundert errichtet, von dem die Nordwand in die Kirche einbezogen wurde. Romanische und gotische Bauformen bestimmen das Kirchenhaus. Im Innern sind das romanische Langhaus mit dem romanischen Triumphbogen um 1200 und das kleine Chorquadrat mit dem gotischen Kreuzrippengewölbe aus der Zeit um 1300 gut zu unterscheiden. Die Ausstattung und Einrichtung wiederum wird von spätromanischen Fresken und der schönen barocken Einrichtung bestimmt.
Die Fresken im Chor und auch an dessen Außenwand wurden in den letzten Jahrzehnten entdeckt, freigelegt und gesichert.
Sie werden vom gotischen Gewölbe überschnitten und zeigen in zwei Streifen Heilige, in der oberen Zone vermutlich die zwölf Apostel, an der Nordwand den hl. Nikolaus und an der Ostwand eine Kreuzigungsdarstellung als Altarbild.
Die Barockisierung ist außen an den rundbogigen Fenstern neben den gedrungenen, innen vermauerten romanischen und gotisch spitzbogig umgestalteten kleinen Fenstern sowie an der barocken Vorhalle festzustellen. Im Innern bekam das romanische Langhaus im 18. Jahrhundert ein zweieinhalbjochiges Kreuzgratgewölbe und einen barocken Hochaltar mit einer Grablegung Christi als Altarbild.
Außergewöhnlich schön ist die Hängekanzel, die aus der barocken Vorgängerkirche von Maria Langegg hierher übertragen wurde. Ergänzt und vervollkommnet wird die gediegene Ausstattung durch eine Reihe von Heiligenstatuen, eine Kalvarienberggruppe und ein Votivbild aus dem 16. bis ins 18. Jahrhundert.